casa tatu - indigenous cultural center

(c) Oliver Heizmann 2005
Foto: O. Heizmann
Foto: O. Heizmann
Foto: O. Heizmann
Foto: O. Heizmann
Foto: O. Heizmann
Foto: O. Heizmann
Foto: O. Heizmann
Foto: Letícia Thurman Prutende
Foto: Prof. Julio Cruz
Foto: Prof. Julio Cruz
Foto: Prof. Julio Cruz
Foto: Tobias Kühner
Foto: Tobias Kühner
Foto: Tobias Kühner
Foto: Tobias Kühner
Foto: Tobias Kühner
Foto: Tobias Kühner
Foto: Tobias Kühner
Foto: Prof. Julio Cruz

Entwurf und Planung des "Casa Tatu", Kulturzentrum der indigenen Volksgruppe Mbyá Guaraní in Brasilien entstand 2005 bei meinem Studienaufenthalt an der Architekturfakultät der UFRGS in Porto Alegre bei Prof. Julio Cruz.

Der Entwurf nimmt die traditionelle Formensprache der `Mbya-Guarani`- Bauweise auf und übersetzt Mythologie und Symbolik der indigenen Tradition in die Fertigungstechnik einer leichten Holzkonstruktion. Das `Tatu` (Gürteltier) gilt bei den Guarani als heiliges Wesen - der Hüter der Erde.

2006 wurde der Prototyp als Experimentalgebäude in der Guarani-Siedlung `Teko'a Anhetengua' (Lomba do Pinheiro, bei Porto Alegre - Viamaõ) realisiert. Durch die Koordination der Arbeiten vor Ort konnte ich eine Beteiligung der Dorfbewohner am Bauprozess erreichen. Somit wurde die Tradition des gemeinschaftlichen Bauens wieder aufgegriffen und weitergeführt. Die Identifikation mit dem eigenen Gebäude und das Selbstwertgefühl der Dorfbewohner konnte nachhaltig gestärkt werden.

Die Dacheindeckung mit Schilfgras (Capim Santa Fee) konnte ich aufgrund meiner Abreise nach Deutschland ab Weihnachten 2006 nicht mehr weiter begleiten....

Mit dem Regierungswechsel der Bundesregierung Rio Grande do Sul zum Januar 2007 wurde dieses Projekt - ebenso wie viele andere Maßnahmen zur Verbesserung der Situation sozialer Minderheiten - nicht mehr weitergeführt. So stand das Gürteltier nach meiner Abreise, bis zum November 2009 `halbnackt` und `hintenrum` nur provisorisch mit einer Plastikplane bedeckt in der Mitte des Dorfes. Die Guarani versammelten sich trotzdem regelmässig um die zeltrale Feuerstelle im `Bauch` des Casa Tatu, um Gäste zu empfangen oder um über ihre soziale Situation und die Probleme der Gemeinschaft zu diskutieren.  Es scheint, als bliebe das Bauwerk ein Symbol für die Handlungen des "Weissen Mannes", der, mit den Worten des Guarani-Führers Kasike Cirillo gesprochen "immer viel frägt aber nicht zuhört - der viel verspricht, es aber nicht einhält" (Kasike Cirillo 2006).

Es ist den unermüdlichen Aktivitäten von Prof. Julio Cuz der Architekturfakultät in Porto Alegre und zahlreichen Unterstützern zu verdanken, dass die Mbya-Guarani nun endlich, nach langem Warten das Casa Tatu im November 2009 seiner Bestimmung zuführen können: Ein Ort der Begegnung zwischen den Kulturen, ein Symbol für die naturverbundene Kultur und den nachhaltigen Lebensstil der Mbya-Guarani in Lateinamerika.

In der Internet-Präsentation der MBYÁ-GUARANI gibt es einen Film mit Bildern des Casa Tatu zu sehen.

Zum Download als PDF gibt es eine Präsentation des Casa Tatu Projektes von Prof. Julio Cruz mit zahlreichen Fotos der Projektassistentin Juliana Tassinari Cruz aus Porto Alegre.

Auf der Homepage der "Universidade Federal do Rio Grande Do Sul" ist ein Bericht zum Kulturzentrum Casa Tatu der Mbya Guarani veröffentlicht (Sprache: brasilianisches Portugiesisch), ausserdem ein ausführlicher Projektbericht zum Wohnhaus-Projekt für Mbya-Guarani-Indianer von Prof. Julio Cruz als PDF-Download.